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Feuerwehr und Zivilschutz rücken bei Altersheim-Brand gemeinsam aus

Spezialeinsatz für die Oltner Feuerwehr und den regionalen Zivilschutz: Bei einem Brand im Altersheim Haus zur Heimat mussten mehrere Bewohner gerettet werden. Der Vorfall lief glimpflich ab – hatte aber einen Haken.

Kurz nach 20 Uhr wird der Alarm ausgelöst: Ein Brand im Oltner Alters- und Pflegeheim Haus zur Heimat breitet sich aus, mehrere Bewohner sind in den obersten beiden Stockwerken des sechsstöckigen Gebäudes eingeschlossen. Die Oltner Feuerwehr rückt mit 20 Mann an, mit dabei auch die Autodrehleiter für die Rettung aus höheren Gebäuden. Nach kurzer Zeit bringen die Feuerwehrleute die ersten Bewohner nach draussen: Eine Seniorin hustet stark – wegen des Rauches, ein Greis muss gestützt werden – er ist aufs Knie gefallen, eine 95-jährige Hochbetagte muss gleich mit der Drehleiter und der Bahre vom 5. Stock transportiert werden – sie kann nicht mehr gehen. Vor dem Altersheim nehmen die ebenfalls aufgebotenen 23 Zivilschützer der regionalen Zivilschutzorganisation Olten die Gerettenen in Empfang und bringen sie in die 200 Meter entfernte Friedenskirche, dem offiziellen Sammelplatz, wo ihre Personalien aufgenommen, sie betreut und versorgt werden.

Der einmalige Zwischenfall ereignete sich letzten Mittwochabend – und war inszeniert. Die Feuerwehrleute würden im Ernstfall die neun Bewohner, nachgestellt von Mitarbeitenden des Altersheims, wohl nicht so problemlos retten können. Und die ersten Zivilschützer wären auch erst innerhalb von 60 Minuten nach Alarmierung vor Ort. Trotzdem war die Aktion für die drei beteiligten Organisationen ein Erfolg, schon nur rein deshalb, weil Feuerwehr, Zivilschutz und ein Altersheim erstmals eine solche Übung gemeinsam durchführten.

Für Heimleiter Marco Petruzzi und das gesamte anwesende Personal half die Übung, Berührungsängste zwischen den drei Organisationen abzubauen und war in seinen Augen für alle ein Gewinn: das Altersheim, weil «wir ihm Notfall nicht alleine sind», die Feuerwehr, weil diese nun die Örtlichkeit kennt und den Zivilschutz, weil er seinen Betreuungsauftrag praktisch ausführen konnte. Zivilschutzkommandant Franco Giori pflichtete ihm bei: «Was passiert mit den Bewohnern, nachdem sie die Feuerwehr aus dem Gebäude gerettet hat? Für die Betreuung danach sind wir vom Zivilschutz genau der richtige Ansprechpartner.» Und der stellvertretende Feuerwehrkommandant Rolf Friedli lobte sein Kader nach der Übung für ihren «hochmotivierten Einsatz» und die gute Kommunikation mit den beiden Partnern Altersheim und Zivilschutz unter der Einsatzleitung von Leutnant Luca Spiegel und Leutnant Raffael Keller.

Auch die Probanden konnten der Aktion nur Positives abgewinnen: Carla Agostini, welche die hustende Seniorin nachgestellt hatte, unterstrich die «sehr kompetente und professionelle Rettung». Für Joseph Ziro, der aufs Knie gefallene Greis, war die Rettung «schnell und gut». Und Ursula Zysset in der Rolle der 95-jährigen Hochbetagten fühlte sich in den Händen ihrer Retter sehr gut aufgehoben und «hat alles bekommen, was ich wollte – auch das Glas Wasser».

Heimleiter Petruzzi verrät zum Schluss des Abends, beim vom Altersheim offerierten Imbiss mit Sandwich, Mineral und Bier, wieso er die Übung überhaupt ins Leben rief: Nicht nur, weil er sämtliche 250 Brandmelder und das Brandmeldetableau im Haus gemäss dem neuesten Stand der Technik aufrüsten liess – sondern auch, weil er einen echten Notfall aus Erfahrung kannte: ein Adventskranz hat bei einem seiner früheren Arbeitgeber gebrannt, aufgehängt an Schnüren, und fiel dann herunter. Glücklicherweise konnten die Altersheim-Mitarbeitenden das Feuer damals selbst löschen.

Die Feuerwehr setzte die Autodrehleiter für die Evakuation ein.
Selbst über die Autodrehleiter erfolgte die Evakuation.

Dokument Die_Zivilschutzer_ubernehmen_den_Gerettenen_Joseph_Ziro_von_der_Feuerwehr_.JPG (JPG, 3119.1 kB)


Datum der Neuigkeit 26. Apr. 2015

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