Lageplan
Impressum
Links
Datenschutz
FAQ
Home

Aktuell
Notfall
Einsätze
Einsatzstatistik
Anlässe / Übungen
Tipps
News
Organisation
Mittel
Ausbildung
Jugendfeuerwehr
Publikationen
Kontakt

News


Feuerwehr übte im Tunnel Hausmatt

Ein gewaltiger Knall im Tunnel Hausmatt, dem Kernstück der Entlastung Region Olten (ERO), erschütterte kurz nach 19 Uhr am Montag vergangener Woche das Gebiet um die Bauplatz am Rötzmattweg. Schon bald traten erste Rauchschwaden aus dem westlichen Tunnelportal. Es musste mit dem Schlimmsten gerechnet werden.

Der fiktive Knall erwies sich dabei als Auftakt einer Einsatzübung der Feuerwehr Olten. Gemeinsam mit dem Rettungsdienst des Kantonsspitals sowie der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Tunnel Hausmatt wurden 36 Feuerwehrangehörige sowie 4 Rettungssanitäter für den möglichen Ernstfall beübt. Übungsleiter Hptm Rolf Friedli skizzierte dabei folgendes Szenario: Nach einer Verpuffung bricht an der Tunnelbrust in rund 240 Metern Distanz zum Portal ein Feuer aus. Mehrere Mineure werden daraufhin im Tunnel vermisst. Während der Flucht aus dem Tunnel wird ein Mineur von einem Radlader angefahren und unter der Schaufel eingeklemmt.
Der Bauführer Heiko Wirth der ARGE Tunnel Hausmatt orientiert sofort die Feuerwehr über den Unfall auf seiner Baustelle. Die Feuerwehr Olten sowie der Rettungsdienst Olten rücken umgehend zum Unglücksort aus.

Überblick verschaffen und Einsatz koordinieren
Als erster Offizier traf Oblt Roman von Arx auf dem Schadenplatz ein. Unverzüglich nahm er den Kontakt mit dem Bauführer Heiko Wirth auf, um sich ein erstes Bild über die Geschehnisse zu verschaffen. Die vorbereiteten Bauzeichnungen in den Einsatzakten der Feuerwehr erleichtern dabei die Verständigung sehr. Rasch trifft das Tanklöschfahrzeug ein. Einsatzleiter von Arx befiehlt seinem Kameraden Lt Thomas Kissling unter Atemschutz als Offizier Front die Situation im Tunnel abzuklären. Nach wenigen Minuten folgen die ersten Rückmeldungen. Zwei Personen taumeln zu Fuss in Richtung Tunnelportal. Die unter dem Radlader eingeklemmte Person wird entdeckt und muss mit pneumatischen Hebekissen befreit werden. Oblt von Arx befiehlt einen ersten Trupp mit Bergematerial zur eingeklemmten Person. Die nächste Meldung verspricht nichts Gutes: Rauchschwaden werden vom Offizier Front gemeldet. Ein Löschaufbau wird notwendig, um weitere Personen nicht durch Rauch und Feuer zu gefährden. Die inzwischen eingetroffenen weiteren Einsatzkräfte werden umgehend mit weiteren Rettungs- und Löscharbeiten beauftragt. Der Rettungsdienst des Kantonsspitals richtet sich für die Versorgung der Patienten ein.

„Wasser marsch!“ nach sechs Minuten
Der Löschtrupp kann dank der fix im Tunnel eingebauten Wasserleitung rasch einen Löschangriff bei der Tunnelbrust starten. Die Brandbekämpfung am Schaufelbagger erfolgt bereits nach sechs Minuten. Der schnelle Löscherfolg hat eine rasche Sichtverbesserung im Tunnel zur Folge. Zwei Personen, die sich beim Brandherd befanden, werden mit Brandverletzungen durch weitere Rettungstrupps geborgen und anschliessend medizinisch versorgt.
Die Bergung der eingeklemmten Person erweist sich schwieriger als erwartet. Durch den Brandrauch kann der Rettungsdienst nicht vorrücken   um den Eingeklemmten medizinisch zu versorgen. Die Feuerwehr entscheidet sich für eine sogenannte Crash-Bergung. Dabei gilt es, die Person möglichst rasch zu retten um anschliessend die medizinische Versorgung in einer geschützten Umgebung sicherzustellen. Mit den Hebekissen wird die Schaufel des Radladers angehoben und der Patient befreit. Vor dem Tunnelportal wird dann der Verletzte durch den Rettungsdienst versorgt.

Starke Leistung – Übung erfüllt
Insgesamt 8 Mineure (davon zwei Puppen) konnten aus dem Tunnelbau gerettet werden. Wahrlich kein einfaches Unterfangen, gehören doch solche Baustellen zu besonderen Objekten mit vielen Gefahrenpunkten wie Gruben, unebenen Bodenbelägen, engen Platzverhältnissen usw.
Knapp 50 Minuten nach Einsatzbeginn konnte Übungsleiter Rolf Friedli die Mannschaft zur Besprechung versammeln. Die gesteckten Ziele für Mannschaft und Kader wurden alle – einige mit Verbesserungspotential – erfüllt. «Trotz der sommerlichen Hitze habt ihr eine starke Leistung gezeigt. Der Einsatzwille war sicht- und spürbar,» so Friedli zur versammelten Mannschaft. Positiv äusserte sich auch Baustellenchef Walter Futter der ARGE Tunnel Hausmatt. Selbst die Nachbesprechung der Übung zeuge von einer hohen Professionalität. «Hier in Olten nimmt die Feuerwehr ihre Arbeit ernst,» so Futter.

Der Tunnel Hausmatt hat aktuell eine Länge von ca. 240 Metern der insgesamt 390,5 Meter. Der Durchstich auf der Ostseite erfolgt voraussichtlich im August 2010. Dann ist der bergmännisch erstellte Tunnel 257,5 Meter lang. Der Tunnel wird mit einem Kalottenvortrieb im Teilausbruch aufgefahren. Vor und nach dem Tunnel schliessen die Tagbautunnelstrecken mit 44,5 Metern (westseitig) und 88,5 Metern (ostseitig) an. Die Hauptbauarbeiten am Tunnel werden Ende 2012 abgeschlossen sein. Ab Ende 2013 kann die Entlastungsstrasse der Region Olten (ERO) dem Verkehr übergeben werden.

ffizienter Löschangriff unter Atemschutz.
Effizienter Löschangriff im Atemschutz.
DokumenteUebung_Hausmatt_1.JPG (JPG, 250.3 kB)
Uebung_Hausmatt_3.JPG (JPG, 444.2 kB)
Uebung_Hausmatt_4.JPG (JPG, 398.1 kB)
Uebung_Hausmatt_5.JPG (JPG, 451.1 kB)


Datum der Neuigkeit 10. Juli 2010
  zur Übersicht

Druck Version PDF