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Jugendfeuerwehr an der Schweizer Meisterschaft

In Hirschthal (AG) fanden am 19./20. Juni 2010 die Schweizerische Jugendfeuerwehr-Meisterschaft statt. Ebenfalls mit dabei war die Jugendfeuerwehr Olten. Mit viel sportlichem Geist bestritten sie die Wettkämpfe. Leider reichte es nicht in die Medaillenränge. Trotzdem war die Enttäuschung nicht gross.

Zum ersten Mal wagte die Jugendfeuerwehr Olten eine Teilnahme an der Meisterschaft um den Schweizermeistertitel in der Jugendfeuerwehr. Im Vorfeld trainierte sie drei Mal jeweils Samstagmorgen einzelne Elemente aus dem Parcours. Z.B. Schläuche auswerfen und Leitungsbau, Knoten sicher und sauber, Eimerspritzen-Einsatz oder auch Rettungsdienst. Gelegentlich hörten sie von Trainingszeiten der kantonalen Kollegen aus Schönenwerd von bis 6 Minuten…

Das konnte in ihren Augen gar nicht sein, hatten die Oltner doch in der Summe der einzelnen Elemente mindestens 12-18 Minuten gebraucht. Und wie man den Parcours so schnell absolvieren soll, konnten sie sich überhaupt nicht ausmalen - noch nicht!

Am Samstagmorgen des 19. Juni traf sich die Mannschaft um 9.00 Uhr im Feuerwehrlokal. 14 AdJFWO (Angehörige der Jugendfeuerwehr Olten) und drei Leiter. Kurzfristig mussten leider drei AdJFWO absagen. Zuerst konnten die Kids ihre neuen Kombis anziehen, bekamen ihre Namensschilder und die Gruppenschilder der Dragons und Rookies. Auch das T-Shirt der Oltner JFW konnte endlich allen abgegeben werden um einen optisch starken gemeinsamen Auftritt hinzulegen.

So ausgerüstet und top motiviert wurden sie dann von drei Kameraden der "grossen" Feuerwehr nach Hirschthal (AG) gefahren. Langsam wurden die Kids unruhig. „Was geht jetzt wohl ab, und wo und wie“ stellten sich einige die bange Frage.
Zuerst zum Wettkampf-Büro mit allen Ausweisen zum Anmelden. Diese wurden auf die Rückseite der Mannschaftsliste kopiert, damit jederzeit die Wettkampf-Richter alle Angaben überprüfen konnten. Danach konnten die Zimmer bezogen werden. Zwei Turnhallen, hunderte Matratzen und bald alles wild durcheinander. Da war Stimmung garantiert. Anschliessend ging es gemeinsam zum Wettkampf-Parcours, um ihn zum ersten Mal in echt und natura zu sehen. Dieser war ziemlich lang, aber keine eigentliche Überraschungen. Nach intensiven Diskussionen ging die Mannschaft zur Auslosung der Startplätze. Nr.8 und Nr.10. Das bedeutete die 4. und 5. Läufe. Gegner? Eher der Kampf gegen sich selbst.

Während der erste Lauf pünktlich um 13.00 Uhr startete, bei starkem Regen, konnte die Jugendfeuerwehr Olten das gemeinsame Mittagessen einnehmen und sich danach langsam warm machen. Dann so gegen 14.20 Uhr bei bewölktem Himmel, aber sehr nassem und glitschigem Untergrund ging es an den Start.

Rasanter Start in den Wettkampf
Der Startschuss fiel und wie die Raketen zischte die erste Gruppe auf den Skiern ab. Die Jugendfeuerwehr-Leiter waren sprachlos! Dann trennte sich die Gruppe; zwei gingen zur Knotenwand und danach zur Eimerspritze, fünf Liter Wasser ins Ziel bringen. Die andern fünf Gruppenmitglieder mussten zum Rettungsturm. Gruppenführer hoch, Retter hoch, Patient hoch. Der Retter musste sich zuerst sichern, dann dem Patient eine Brustbindung anlegen. Nun die Karabinerbremse und… da passierte es dann. Aus dem Vorsprung wurde ein riesengrosser Rückstand. Unser Retter verhedderte sich hoffnungslos im Rettungsseil und der Gruppenführer durfte ihm nicht helfen! Gefühlte 30 – in der Tat waren es ca. fünf wertvolle Minuten – gingen verloren.
Irgendwann kamen die drei dann doch noch vom Rettungsturm hinunter und nun mussten alle sieben eine Transportleitung und fünf Druckschläuche verlegen und unter Druck nehmen. Anschliessend ging es im Team mit der Leitung durch den Kriechtunnel und die Schaummulde zu einer Markierung. Von hier aus mussten fünf Tennisbälle von Pylonen gespritzt werden ohne die Pylonen umzulegen. Danach die Leitung ablegen und zurück durch einen Slalom, über eine Wippe und die Hürde sich wieder auf die Leitung verteilen. „Wasser halt“, auseinander nehmen und korrekt retablieren. Das gesamte Löschmaterial auf einem Brett mit den Massen 80 x80cm deponieren, und mit einem Schlussspurt über die Start-Ziellinie. Die Stoppuhr blieb bei 14 Min 46’’ stehen. Dazu kamen 7 Fehler bei den Schläuchen und einer bei den Knoten. Das ergab schlussendlich den Rang 28 von 29 teilnehmenden Gruppen.

Weniger Fehler zahlten sich aus
Die Rookies hatten auch ihre Probleme. Dafür eine Zeit von 14 Minuten 44 ’’!  Dazu kamen nur drei Fehler, was den 24. Rang bedeutete. Die gesteckten Ziele des Leiters Jugendfeuerwehr Thomas Herber lagen wesentlich höher. Er wollte seine sieben Sachen fast packen und nach Hause fahren, denn die Oltner Jugendfeuerwehr musste ja am Sonntag nicht mehr starten; nur die 8 besten Gruppen kamen in die Endrunden-Wettkämpfe. Bevor es zur Heimreise kam nahm Herber seine Mannschaft zusammen – Teamaussprache war angesagt. Doch niemand von den Kids liess den Kopf hängen. 28 glückliche, zufriedene Kinderaugen sahen ihren „Chef“ an und sagten dabei: „Uns hat es trotzdem riesig Spass gemacht!“ Eine eingespielte Mannschaft eben, die Dank toller Unterstützung der Jugendfeuerwehrleiter Patrick Jordi und Fabian Dinkel überhaupt soweit gekommen ist.

Nun konnten die Oltner ruhig dem Geschehen zusehen und von den anderen Mannschaften lernen und manchen Kniff ableiten. Die präzise Arbeit der Jugendfeuerwehren von Bödeli, Zermatt, Rued, Hirschthal oder Lausanne waren beeindruckend. Insbesondere die JFW Bödeli tat es dem Leiter Jugendfeuerwehr an: Top Leistung, klar, ruhig, sicher und schnell und vor allem diszipliniert! Nach dem Zieleinlauf standen alle sieben Teilnehmer still, ruhig in Reih und Glied und warteten bis alles beendet war. Bei einer Zeit von nur 5 Min. 30’’!

Es gibt noch viel zu tun – packen wir es an!
Am Abend konnten die Oltner Feuerwehr-Kids nach dem Essen diverse Kontakte zu anderen JFW knüpfen und dabei viele Erfahrungen austauschen. So gegen 23.00Uhr wollten wahrhaft die Ersten ins Bett gehen, aber bis ca. 3.00 Uhr war noch einiges los in den Schlafgemöchern. Sei es Gekicher, Geplauder, Gelächter oder Herumgerenne. Zum Glück mussten die Oltner am nächsten Morgen nicht starten. Einigen AdJFWO’s sah man die lange Nacht gut an.
Nach dem reichhaltigen Frühstück schauten sich die Oltner die Finalläufe an. Wieder konnten einige Kniffe beobachtet werden, die sicher in den nächsten Trainings eingebaut werden.

Der Leiter der Jugendfeuerwehr Thomas Herber bedankt sich bei allen, die in irgendeiner Form die Jugendfeuerwehr Olten unterstützen. Ohne diese wertvolle Unterstützung gäbe es keine JFWO. Die Jugendfeuerwehr soll primär einen gut ausgebildeten Feuerwehrnachwuchs sichern. Die Wettkämpfe sind eine willkommene Abwechslung. Das die Oltner auf gutem Wege sind beweist eine Bemerkung aus den Reihen der Jugendfeuerwehr Sarmenstorf: „Ich wollte, ich könnte zur JFW Olten wechseln, da kann man auch andere Feuerwehrsachen üben und machen, nicht nur den Wettkampf trainieren!“


Schlussrangliste:
  1. JFW Klus 1 (Kt. BL)
  2. JFW Rued 2 (AG)
  3. JFW Bödeli (BE)

ferner:

     8. Schönenwerd 2 (SO)
     9. Schönenwerd 1 (SO)
   25. Olten Rookies (SO)
   28. Olten Dragons (SO)
 


Datum der Neuigkeit 18. Juli 2010
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